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Gutachten Tim Heuser
Gutachter: Prof. Dr. med. Georg Hillenhusen
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
Bonn, 12. August 2014

Herrn Tim Heuser
dortiges GZ: 655208BF99013

Auf das dortige Ersuchen wird das folgende
neurologisch-psychiatrische Fachgutachten
über den o.G. erstattet. Das Gutachten stützt sich auf den Akteninhalt und auf eine eingehende ambulante Untersuchung am 08.08.2013. Gleichzeitig erfolgt eine eingehende neuropsychologische Exploration und gutachtliche Stellungnahme durch Herrn Dipl. Psych. Erwin Hirsch.
Es soll zu folgenden Fragen Stellung bezogen werden:
1. Stellt der Proband eine Gefährdung für sich selbst oder seine Umwelt dar?
2. Ist aufgrund der Ergebnisse eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeraten?
3. Ist eine Nachuntersuchung erforderlich?

Akteninhalt
04.07.1976: Die Eltern des Herrn Heuser beteiligten sich an der Geiselnahme eines Flugzeugs. Der Vater wurde bei der Befreiung mit Kopfschüssen getötet, die Mutter sitzt seitdem in Israel in Haft (Operation Entebbe).
08.07.1976: Herr Heuser, der sich bei seinen Großeltern aufhielt, wird in das Waisenhaus St. Vincent in Ida Oberstein gegeben.
21.07.1976: Freunde der Eltern, das Ehepaar Georg und Elisabeth von Dinklage, erklären sich bereit, Herrn Heuser zur Pflege aufzunehmen.
28.04.1985: Nachdem Herr Heuser vom Dach des Internates springt, in dem er seit drei Jahren untergebracht ist, wird er für vier Wochen in der jugendpsychiatrischen Abteilung des Klinikums Nürnberg untergebracht.
12.06.1985: Einer Strafanzeige des Internatshausmeisters gegen Herrn Heuser ist zu entnehmen, dass Herr Heuser dessen Katze folterte, häutete und roh aß. Er wird wieder in die psychiatrische Klinik verbracht und bleibt hier drei Monate.
15.01.1986: Am Morgen des 15.01. wird die 15jährige Sonja Kaplusch unweit des Internates, in dem Herr Heuser untergebracht war, tot aufgefunden. Die Todesursache ist laut gerichtsmedizinischem Gutachten ein schweres Schädel-Hirn-Trauma infolge eines Sturzes. Vor ihrem Tod ist Frau Kaplusch mehrfach sexuell missbraucht worden. Nach Herr Heuser wird wegen Totschlags erfolglos gefahndet.
23.11.1992: Herr Heuser wird bei der Einreise aus Griechenland über den Flughafen Frankfurt/Main bei den Behörden vorstellig. Er hat keinerlei Papiere, kann aber zwei Tage später bei einer Gegenüberstellung mit seinen Großeltern zweifelsfrei identifiziert werden.
16.02.1993: Laut Beschluss der 2. Jugenstrafkammer beim Amtsgericht Nürnberg wird Herr Heuser vom Vorwurf des Totschlags und der Vergewaltigung freigesprochen.
19.06.2013: Einer Strafanzeige des Galeristen Herbert Wenschel gegen Herrn Heuser ist zu entnehmen, dass Herr Heuser die Ausstellungsräume der Galerie einschließlich der darin befindlichen Kunstwerke, die mehrheitlich von Herrn Heuser selber stammen, unwiederbringlich zerstörte.

Anamnese:
Familie:
Seine Eltern seien ermordet worden. Mit der noch lebenden Großmutter (mütterlich) hat er regelmäßig Kontakt. Er ist ledig, hat keine Kinder.
Vorerkrankungen:
Im Laufe des Lebens immer wieder Phasen von starken Kopfschmerzen, migräneartig.
Jetzige Beschwerden: Abgesehen von den Kopfschmerzen sei er so gut wie nie krank. Auf Nachfragen keine weiteren Beschwerden, auf besonderes Befragen:
Hören und Sehen: keine Probleme. Benötigt keine Brille.
Riechen und Schmecken: ungestört.
Appetit: angemessen
Stuhlgang: regelmäßig
Miktion: normal
Vit. Sex. : macht keinerlei Angaben und verweigert sich.
Medikamente: gelegentlich Paracetamol gegen Kopfschmerzen.
Nikotin und Alkohol: Ca. 12 Zigaretten tgl., selten Alkohol.
Andere Drogen: gelegentlich Kokain. Ist sich der Gefahr bewusst.
Führerschein: Führerschein B. Hinter dem Steuer keine Beschwerden. Bislang kein Führerscheinentzug.

© Stephan Martin Meyer, Köln 2015
Exposé und weitere Texte auf Anfrage


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